Es gibt keinen Zielkonflikt: Wilder Wald bleibt!
Was war los?
Bei der Öffentlichen Anhörung „Wilder Wald/ Spreehafenviertel: Zielkonflikt erstnehmen“ am 3.2.2026 sollten die Politiker*innen der Bezirksversammlung, die später über den Wilden Wald entscheiden, sowie die Öffentlichkeit informiert werden. Dafür haben die Fraktionen Expert*innen eingeladen und das Publikum konnte Fragen stellen. Entschieden wurde dort nichts.
Wer hat das veranstaltet?
Die Linke und Volt (Opposition, wollen den Wald retten) hatten die Öffentliche Anhörung beantragt, leider mit einem Formfehler. Grüne und SPD (Regierung, wollen den Wald zerstören) haben es dann selber gemacht und hatten so die Macht über die Struktur und die Moderation. Sie haben das Thema in den Hauptausschuss (Fraktionsvorsitzende) gesteckt, dabei sitzen die zuständigen Fachpolitiker*innen im Stadtplanungsausschuss.
Warum hattet ihr diesmal keine Banner dabei?
Hatten wir. Aber das Bezirksamt hat alle Schilder oder Banner verboten und sogar die Cops gerufen, als wir im Foyer ankamen. Und der Sicherheitsdienst hat Taschen kontrolliert, damit bloß niemand ein Banner oder Schild mit rein schmuggelt. Aber wir haben alle unsere Flyer verteilt!
Waren viele Leute da und was haben die gefragt?
Es war überfüllt, obwohl der Bezirk selber die Öffentliche Anhörung gar nicht öffentlich beworben hat. Das haben die Waldretter*innen als ehrenamtliche Bürger*inneninitiative gemacht! Direkt zu Beginn wurde der Eingang geschlossen, zu spät Kommende kamen nicht mehr rein. Es haben nur Menschen was gesagt, die die Zerstörung des Waldes ablehnen oder kritisch sehen. Es wurden aber nicht alle Fragen drangenommen!
Was haben die Expert*innen gesagt?
Es waren neun (angebliche) Expert*innen dabei, fünf gegen den Wald, drei für den Wald und eins für Sportanlagen. NABU, BUND und ein Professor für Sozialwissenschaften haben klar gemacht, dass eine Zerstörung des Wilden Waldes gegen Arten-, Wald- und Klimaschutzgesetze verstoßen, den Menschen im Stadtviertel nur Nachteile bringen würde und die Zahlen, wie viel des Waldes angeblich erhalten bleiben soll, falsch sind.
Und was haben die anderen gesagt?
Bezirksamt und IBA haben wieder erzählt, wie toll sie das alles planen („Projekteinführung“), die SPD hat wieder Wohnungssuchenden und Geflüchteten für ihre veraltete Wohnungsneubau- und Stadtverplanungspolitik instrumentalisiert und die Grünen haben mitgemacht. Wie immer: Hafen- und Industrieflächen seien unantastbar, Neubau zwingend notwendig, der Uferstreifen und die „Maßnahmenfläche“ (0,9 ha Wald sollen erhalten bleiben) wären ein guter Kompromiss.
Ist irgendwas raus gekommen?
Nein. Die offizielle Stellungnahme der AG Naturschutz von 2023 ist gegen jede Bebauung. Seitdem wägen sie ab, arbeiten sie ein… ohne irgendeine Planänderung, die auch nur ansatzweise ein Kompromiss sein könnte. Eine ehrliche Abwägung könnte nur erfolgen, wenn auch ein Nein zum sog. Spreehafenviertel möglich wäre. Aber mit SPD und IBA geht Wirtschaft immer vor Natur- und Klimaschutz.
Und was meint ihr?
Wir haben gar keinen Bock mehr auf dieses Pseudobeteiligungstheater. Was die reden ist uns egal, wir machen Waldschutz – radikal! Diese Rodungssaison hat noch 20 Tage und auch danach gilt: Spreehafenviertel stoppen, Wilder Wald bleibt! GANZ!
