Autorenarchiv: wiwableibt

Foto eines überfluteten Gebietes

16.02 Jahrestag der Großen Flut

Vor 64 Jahren in der Nacht zum 17. Februar 1962 war die große Sturmflutkatastrophe in Hamburg. Wo heute der Wilde Wald wächst, standen damals Behelfswohnungen. Als der Deich am Spreehafen brach, waren hier die meisten der 315 Flutopfer zu beklagen.

Heute denken wir an alle Flutopfer und kämpfen dafür, dass der Wilde Wald weiter wachsen kann. In der immer stärker voranschreitenden Klimakatastrophe ist es unverantwortlich, weitere Naturflächen zu zerstören und zu versiegeln!

So sah es nach der Großen Flut dort aus, wo heute der Wilde Wald wächst. Fundamente der Gartenlauben befinden sich noch heute unter den Brombeeren.

Im Vordergrund ist ein zerbeultes Auto neben einem Haufen angespülten Gestrüpps zu sehen. Darin steckt ein Schild mit der Aufschrift “Kleingartenverein 107 Alte Landgrenze e.V.” Im Hintergrund stehen niedrige Häuser und Bäume.

Noch 18 Tage Rodungssaison. Die "Wegesicherungsarbeiten" am 2.2.2026 Achtung: Bilder von gekappten Bäumen, Rodungsfahrzeugen und frischem Totholz

Die „Wegesicherungsarbeiten“ am 2.2.

Achtung: Bilder von gekappten Bäumen, Rodungsfahrzeugen und frischem Totholz.

Am Montag dem 2. Februar sind gegen 11 Uhr ein Transporter, ein LKW und ein Harvester der Firma ArborArtist in den Wald gefahren. Wir wussten vom Grünflächenamt von „Wegesicherungsarbeiten“ die an dem Tag stattfinden sollten. Trotzdem haben wir uns entschieden zu bleiben, zu beobachten und dafür zu sorgen, dass das abgeschnittene Holz im Wald bleibt.

Das Grünflächenamt hat zwei Bäume als gefährlich eingestuft. Eine Weide links vom Baumhaus und eine links vom Eingang zur Lichtung. Die beiden wurden von den Waldarbeiter*innen auf 8m bzw. 6m gekappt. Auf unsere Bitte haben die Arbeiter*innen, die sich übrigens für den Erhalt des Wilden Waldes ausgesprochen haben, das abgeschnittene Holz im Wald gelassen.

Harvester neben der zweiten Weide

Das Grünflächenamt hatte uns eigentlich mal versprochen bei Baumpflegearbeiten in den Auftrag zu schreiben, dass Totholz im Wald bleiben soll. Davon wussten die Arbeiter*innen vor Ort allerdings nichts und mussten da nochmal hinterher telefonieren. Auch bei zwei weiteren Baumarbeiten um den Jahreswechsel wurde ein großer Teil des abgesägten Holzes nicht im Wald gelassen!

kahler Stamm einer Pappel, am Waldboden liegt ein wenig Totholz rum

Am nächsten Tag haben Aktivist*innen einen der Holzberge auf kleinere Haufen im Wald verteilt, den zweiten haben wir in Ruhe gelassen. Solche Totholzhaufen sind super Insektenhotels, Unterschlüpfe und Nahrungsquellen! 🐜Wir sehen das Abschneiden ganzer Baumkronen kritisch, der WiWa ist ein Wald, keine Parkanlage wo alles sauber und ordentlich zu sein hat. Zudem gibt es Alternativen zum Kappen.

Aktivist*innen auf einem Totholzstapel

Unseres Wissens nach sind diese Rodungssaison keine Baumpflegearbeiten mehr vorgesehen. Wir bleiben trotzdem wachsam! ✊ #WilderWaldBleibtWild

Öffentliche Anhörung 3.2.2026 Es gibt keinen Zielkonflikt: Wilder Wald Bleibt!

Öffentliche Anhörung 3.2.2026

Es gibt keinen Zielkonflikt: Wilder Wald bleibt!

Was war los?

Bei der Öffentlichen Anhörung „Wilder Wald/ Spreehafenviertel: Zielkonflikt erstnehmen“ am 3.2.2026 sollten die Politiker*innen der Bezirksversammlung, die später über den Wilden Wald entscheiden, sowie die Öffentlichkeit informiert werden. Dafür haben die Fraktionen Expert*innen eingeladen und das Publikum konnte Fragen stellen. Entschieden wurde dort nichts.

Wer hat das veranstaltet?

Die Linke und Volt (Opposition, wollen den Wald retten) hatten die Öffentliche Anhörung beantragt, leider mit einem Formfehler. Grüne und SPD (Regierung, wollen den Wald zerstören) haben es dann selber gemacht und hatten so die Macht über die Struktur und die Moderation. Sie haben das Thema in den Hauptausschuss (Fraktionsvorsitzende) gesteckt, dabei sitzen die zuständigen Fachpolitiker*innen im Stadtplanungsausschuss.

Warum hattet ihr diesmal keine Banner dabei?

Hatten wir. Aber das Bezirksamt hat alle Schilder oder Banner verboten und sogar die Cops gerufen, als wir im Foyer ankamen. Und der Sicherheitsdienst hat Taschen kontrolliert, damit bloß niemand ein Banner oder Schild mit rein schmuggelt. Aber wir haben alle unsere Flyer verteilt!

Waren viele Leute da und was haben die gefragt?

Es war überfüllt, obwohl der Bezirk selber die Öffentliche Anhörung gar nicht öffentlich beworben hat. Das haben die Waldretter*innen als ehrenamtliche Bürger*inneninitiative gemacht! Direkt zu Beginn wurde der Eingang geschlossen, zu spät Kommende kamen nicht mehr rein. Es haben nur Menschen was gesagt, die die Zerstörung des Waldes ablehnen oder kritisch sehen. Es wurden aber nicht alle Fragen drangenommen!

Was haben die Expert*innen gesagt?

Es waren neun (angebliche) Expert*innen dabei, fünf gegen den Wald, drei für den Wald und eins für Sportanlagen. NABU, BUND und ein Professor für Sozialwissenschaften haben klar gemacht, dass eine Zerstörung des Wilden Waldes gegen Arten-, Wald- und Klimaschutzgesetze verstoßen, den Menschen im Stadtviertel nur Nachteile bringen würde und die Zahlen, wie viel des Waldes angeblich erhalten bleiben soll, falsch sind.

Und was haben die anderen gesagt?

Bezirksamt und IBA haben wieder erzählt, wie toll sie das alles planen („Projekteinführung“), die SPD hat wieder Wohnungssuchenden und Geflüchteten für ihre veraltete Wohnungsneubau- und Stadtverplanungspolitik instrumentalisiert und die Grünen haben mitgemacht. Wie immer: Hafen- und Industrieflächen seien unantastbar, Neubau zwingend notwendig, der Uferstreifen und die „Maßnahmenfläche“ (0,9 ha Wald sollen erhalten bleiben) wären ein guter Kompromiss.

Ist irgendwas raus gekommen?

Nein. Die offizielle Stellungnahme der AG Naturschutz von 2023 ist gegen jede Bebauung. Seitdem wägen sie ab, arbeiten sie ein… ohne irgendeine Planänderung, die auch nur ansatzweise ein Kompromiss sein könnte. Eine ehrliche Abwägung könnte nur erfolgen, wenn auch ein Nein zum sog. Spreehafenviertel möglich wäre. Aber mit SPD und IBA geht Wirtschaft immer vor Natur- und Klimaschutz.

Und was meint ihr?

Wir haben gar keinen Bock mehr auf dieses Pseudobeteiligungstheater. Was die reden ist uns egal, wir machen Waldschutz – radikal! Diese Rodungssaison hat noch 20 Tage und auch danach gilt: Spreehafenviertel stoppen, Wilder Wald bleibt! GANZ!

Banner mit der Aufschrift: Was ihr redet ist uns egal. Wir machen Waldschutz radikal

WiWa Erhalten – „Spreehafenviertel“ verhindern!

Hilf mit! Komm am 3. Februar zur Anhörung!

Im Bezirksamt Mitte findet am Dienstag, dem 3. Februar eine Öffentliche Anhörung zum Thema „Zielkonflikt Spreehafenviertel/Wilder Wald“ statt, um die Politiker*innen zu informieren, die später über die Vernichtung des Waldes entscheiden werden. Dazu sind vier Expertinnen geladen und auch das Publikum darf Fragen stellen.

Das lassen wir uns nicht entgehen! Komm mit, auch wenn du keine konkreten Fragen hast oder findest, dass das eh alles nix bringt, wir wollen Präsenz zeigen und klar machen: es gibt keinen Zielkonflikt – Wilder Wald bleibt!

Was eine öffentliche Anhörung genau ist und wie sie funktioniert kannst du in diesem Artikel vom WiR nachlesen.

🗓️ Dienstag, 3. Februar 2026 um 17:30
📍 Bezirksamt Hamburg-Mitte, Caffamacherreihe 1-3, Sitzungssaal im 11. Stock, 20355 Hamburg, DE

Projektmonolog 2025

IBA und Bezirksamt informieren alljährlich über ihre Bauprojekte in Wilhelmsburg. Wir haben diese aktuellen Infos mitgebracht:

Die Planungen am sog. Spreehafenviertel seien im September wieder aufgenommen worden und es würden zur Zeit die Einwendungen der TÖB (Träger öffentlicher Belange) geprüft, darunter die der Naturschutzverbände. Diese hatten sich alle eindeutig für den Erhalt des Waldes ausgesprochen.

Anfang Februar findet im Hauptausschuss des Bezirks Mitte die „Öffentliche Anhörung Spreehafenviertel/ Wilder Wald – Zielkonflik ernst nehmen“ statt. Jede Fraktion kann Expert*innen benennen, die von den Ausschussmitgliedern zum Thema befragt werden können. Es ist für Publikum öffentlich und soll dazu dienen, dass die Ausschussmitglieder, die später über den Bebauungsplan entscheiden, mehr Hintergrundwissen bekommen.

Die „Öffentliche Planauslegung“ nennen sie jetzt offiziell „Öffentlichkeitsbeteiligung“. Wann diese stattfinden soll, wollten sie nicht sagen. Aber sie haben folgenden Zeitstrahl gezeigt:

  • Ende 2026 Baurecht, also B-Plan verabschiedet
  • Ab 2027 Beginn der Erschließung, also mögliche Rodung!

Weder der Rodungs- noch der Bauantrag für die 800 m² an der Schlenzigstraße seien bisher genehmigt. Sie haben versucht, die Verantwortung dafür BM-Bau zuzuschieben und es habe gar nichts mit dem sog. Spreehafenviertel zu tun. Dabei hat die Stadt selbst den Antrag gestellt, ist Grundstückseigentümerin und der Flächentausch wird nur „notwendig“, weil sie im sog. Spreehafenviertel neue Sportplätze planen.

Wir sind weiter wachsem, der Kampf um den Wilden Wald ist noch nicht entschieden!

Mahnwache jeden DIENSTAG ab 7 Uhr

Während der Rodungssaison wollen wir gemeinsam den Wilden Wald beschützen und unseren entschlossenen Protest gegen jede Zerstörung zeigen. Komm zur wöchentlichen Mahnwache, bring ein heißes Getränk und dein Frühstück mit!
Ort: Schlenzigstraße Ecke Hornatsdeicher Weg
Du kannst für einen Termin fest zusagen oder sogar die Versammlungsleitung vor Ort übernehmen? Das wäre großartig, melde dich bei uns!

Alarmbereitschaft im Wilden Wald

Was los ist und was du tun kannst:

Jede Rodung muss verhindert werden, sei das Gebiet noch so klein!
Industriegebiete gibt es genug, auch leerstehende. Wir brauchen Naturgebiete in der Stadt – für das lokale Klima, als Lebensraum und Erholungsort! Der WiWa ist ein Wald, kein Baugebiet!

Die Stadt Hamburg „braucht“ einen Teil des Firmengeländes für geplante Sportplätze. Dafür soll BM-Bau eine andere, größere Fläche bekommen, die zum Wald gehört. Obwohl das sog. Spreehafenviertel noch gar nicht beschlossen ist, wollen sie das jetzt vorziehen, weil ihr Gelände zu klein sei. Die Stadt hat Bau- und Rodungsantrag gestellt und die Umweltbehörde sagt, dass sie den genehmigen wird. Mehr Infos dazu findest du hier.

  • Verfolge und teile aktuelle Infos auf unseren Kanälen, achte auf Alarm!
  • Komm dienstags ab 7 Uhr zur Mahnwache an der Schlenzigstraße.
  • Frage nach, ob/wann die Genehmigung vorliegt oder ob die Rodung bereits beauftragt ist:
    Bauantrag M-BP-525-2025 Schlenzigstraße 20, Wilhelmsburg
    BUKEA: 040 428 40-359 info@bukea.hamburg.de
    Bezirksamt HH-Mitte: 040 428 54-2448/ – 3402 bp@hamburg-mitte.hamburg.de
    Landesbetrieb Immobilienmanagement und Grundvermögen: 040 428 23-4006 immobilienmanagement@lig.hamburg.de
  • Schau im Wald und an der Straße nach Markierungen, Parkverbot, Absperrungen, Arbeiter*innen, Baumpflege-/ Rodungsfirmen oder ob BM-Bau leerräumt und gib uns schnell Bescheid!
  • Bereite dich darauf vor, im Alarmfall so schnell wie möglich zum Wald zu kommen oder Unterstützungsaufgaben zu übernehmen. Infos dazu gibt es hier oder bei unseren Treffen.
  • Erzähle allen vom Wilden Wald, bring Freund*innen und Bekannte mit, starte mit deinen Bezugis einge AKtionen!
  • Mach der Politik Druck (und informiere die Presse).
  • Komm vorbei, wenn du mithelfen willst oder Fragen hast!
  • Gib Bescheid, wenn du Neues erfährst oder Vorbereitungen beobachtest.

Was kannst du tun, wenn der WiWa gerodet wird?

Du musst nicht klettern können, auch Sitzblockaden und vieles andere sind sinnvoll und hilfreich. Du musst auch keine risikoreichen Aktionen (hohes Aktionslevel) machen, es wird auch eine Kundgebung geben. Stabile Unterstützung außerhalb des Waldes ist genauso wichtig, wie die Faultiere in den Bäumen!

Vorbereitung

  • Achte auf Alarmierung (insbesondere morgens früh) und leite diese weiter. Sobald wir Hinweise zum Zeitpunkt haben, informieren wir über alle Gruppen und Social Media Kanäle. Es kann auch spontan jeden Morgen los gehen!
  • Halte die Augen offen, ob du Vorbereitungen beobachtest.
  • Überlege dir, was du im Ernstfall tun willst, verschiedene Möglichkeiten findest du unten. Besprich deine Pläne mit deiner Bezugsgruppe, deinen Freund*innen oder uns und probiere Aktionsformen ggf. vorher aus/ übe klettern oder was notwendig ist. 
  • Entscheide vorher, ob du deine Identität gegenüber der Polizei angeben wirst oder nicht. Um deine Personalienangabe wirksam zu verweigern, musst du dich gut vorbereiten, informiere dich vorher darüber. Wenn du deine Personalien angeben wirst, nimm deinen Ausweis mit.
  • Schreib dir die Nummer des Hamburger EA +49 (0)40 43278778 mit wasserfestem Stift auf deinen Körper, egal, ob du in Aktion oder „nur“ zur Kundgebung gehst!
    EA = Ermittlungssausschuss = solidarische Menschen am Telefon, die den Überblick behalten, wer wo seit wann in Polizeigewahrsam ist.
  • Triff alle notwendigen Absprachen, z.B. wenn ihr gemeinsam etwas geplant habt: was genau, wo trefft ihr euch, wer bringt was mit usw.; wie du dich bei der Lohnarbeit abmeldest; damit deine Familie/WG/usw sich keine Sorgen macht und Kinder und Haustiere versorgt sind usw.
  • Packe deine Sachen: Musst du noch Dinge besorgen? Packe eine Aktions-Tasche und stell sie bereit, dann fehlt im Ernstfall nur noch warmer Tee und frisches Trinkwasser. Auch, wenn du „nur“ zur Kundgebung kommst oder andere Unterstützung leistest: je besser du vorbereitet bist, umso schneller bist du morgens im Ernstfall. Hier findest du eine Packliste. Achte auch darauf, was du NICHT mitnimmst!

Aktuelle Informationen

Im Alarmfall bekommst du aktuelle Infos über unsere Telegram– und Signalgruppe, bei der Kundgebung direkt am Wald oder beim Anlaufpunkt im Viertel. Dort wird es einen warmen, trockenen Raum geben, um Informationen auszutauschen. Der Ort wird im Ernstfall über alle Kanäle bekannt gegeben.

Kommunikation mit der Polizei

Rede gar nicht oder so wenig wie möglich mit Polizist*innen, sprich nicht für oder über andere Personen! Sag nichts über Strategie (z.B. für welche Dauer die Aktion vorbereitet ist usw.) und Organisation (z.B. wer dich zur Aktion eingeladen hat oder wer was vorbereitet hat).

​​​​​​ID(entitäts)verweigerung

Gehe in Gesprächen und allgemein sensibel mit Namen und persönlichen Angaben anderer Personen um. Falls Menschen ihre Identität nicht angeben wollen, machst du es sonst der Polizei einfacher, diese dennoch herauszufinden. Falls du deine Identität nicht angeben willst, sind die Unterstützungsgruppen darauf vorbereitet. Besorge dir vorher eine ID-Nummer bei uns (bei Treffen und Veranstaltungen) oder im Nummerngenerator von Ende Gelände: https://www.ende-gelaende.org/eanummer/ die du beim EA anstatt eines Namens angibtst. Bereite dich, dein Gepäck, deine Hände und dein Gesicht sorgfältig vor. Natürlich kannst du deine Personalien auch gegenüber der Polizei angeben, beides hat Vor- und Nachteile und es ist deine individuelle Entscheidung. Informiere dich vorher über die möglichen Konsequenzen und entscheide, wie du dich wohlfühlst. Bei Nicht- oder Falschangabe deiner Personalien kann dir eine Ordnungswidrigkeit (Owi) vorgeworfen werden, aber wem sollen sie den Bußgeldbescheid schicken?

Protest- und Unterstützungsmöglichkeiten

  • zur Kundgebung kommen, laut sein, Passant*innen und Auto-/ LKW-Fahrende informieren. Es wird versucht, eine Versammlung anzumelden. Selbst wenn das zu Anfang nicht klappt oder etwas dauert, ist eine spontane, unangemeldete Versammlung zu diesem akuten Anlass legal. Du darfst ungehindert daran teilnehmen und währenddessen sowie auf dem Hin- und Rückweg nicht von der Polizei (grundlos) kontrolliert werden. Falls die Versammlung aufgelöst wird, muss die Polizei das deutlich mitteilen. Wenn du dann vor Ort bleibst, kann dir die Owi (Ordnungswidrigkeit) „Teilnahme an einer unangemeldeten/ aufgelösten Versammlung“ vorgeworfen werden. Vermummung ist auf Versammlungen in Hamburg eine Straftat.
  • Menschen im Wald unterstützen: Versuche, dich mit den Menschen im Wald auszutauschen, durch rufen oder Musik. Achte darauf, keine sensiblen Informationen laut zu rufen! Bring Getränke und Essen (am besten warm und vegan) und ggf. warme, trockene Sachen (Socken, Pullis, Decken o.ä.) vorbei und versuche, sie den Menschen im Wald zu geben (möglicherweise wird das von der Polizei nicht zugelassen, versucht es!). Schau auf die Packliste, was benötigt wird. 
    Wenn Menschen geräumt und festgenommen werden, fragt die Polizist*innen, wo sie die Gefangenen hinbringen und was sie ihnen vorwerfen. Schreibt euch auf, wie viele und welche Menschen sie mitnehmen. Fragt nach den Namen, mit denen die Menschen in Aktion sind oder nach ID-Nummern, notiert NICHT die Namen, die ihr ggf. von den Personen kennt! Ruf mit diesen Infos den EA an.
  • auf Bäume klettern: Ob du mit oder ohne Sicherung (Klettergurt) kletterst, hängt von deinem Können und dem Baum ab. Um eine Räumung zu erschweren, sollten sich deine Füße mind. 2,50 m über dem Boden befinden. Du solltest nur dort und so hoch klettern, wie du dich sicher fühlst. Es wird Möglichkeiten geben, es sich in den Bäumen etwas gemütlich zu machen. Bereite dich darauf vor, einen Tag durchzuhalten, manchmal ist es nicht (mehr) möglich, die Menschen von unten/ außerhalb des Waldes zu versorgen.
  • Sitzblockaden: Auf der Straße oder im Wald können Fahrzeuge und Maschinen blockiert werden. Haltet die Augen offen, wo welche Zufahrtswege genutzt werden könnten und seid schnell!   
  • Rückzugsräume anbieten: Warme, ruhige Orte, in denen Menschen sich zurückziehen oder ggf. sogar übernachten können, können sehr hilfreich sein. Wenn du einen Rückzugsraum anbieten kannst, melde dich bei uns!
  • Wir setzen auf diversity of techniques. Werde kreativ, schnapp dir deine Bezugi, Polit- oder Freundesgruppe und los gehts! Informiert euch über mögliche Adressaten und Orte sowie die Risiken und möglichen Konsequenzen eurer Aktionen. Ihr könnt uns gerne fragen oder euch mit uns absprechen, müsst ihr aber nicht. Wir haben einen Konsens entwickelt, in dessen Rahmen wir mit allen Aktionen solidarisch sind.
  • Gesa-Support: Gesa = Gefangenensammelstelle, wo Menschen in Gewahrsam hingebracht werden.
    Polizeikommissariat 44, Georg-Wilhelm-Straße 77 in Wilhelmsburg oder eine andere Polizeiwachen. Falls Menschen verletzt sind, können sie auch in Polizeibegleitung im Krankenhaus sein. Sobald wir wissen, wo Menschen festgehalten werden, verbreiten wir das über alle Kanäle. Und wenn die Menschen wieder freigelassen werden, sollen sie nicht alleine sein, wir wollen sie herzlich begrüßen! Kommt zur Unterstützung vor die Polizeiwache, bringt warme Getränke, vegane Snacks, Decken, Musik und Straßenmalkreide mit und meldet die Freigelassenen beim EA ab!

Es kann passieren, dass dir Polizist*innen vor Ort verschiedene Straftaten vorwerfen, z.B.: Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, tätlicher Angriff auf Vollstreckungsbeamte, Nötigung, Landfriedensbruch, Hausfriedensbruch, Sachbeschädigung oder was ihnen sonst noch einfällt. Polizist*innen werfen mit allen möglichen Vorwürfen und Strafhöhen um sich, die teilweise großer Quatsch sind. Lass dich davon nicht einschüchtern! Ob, wegen was und wie hoch du möglicher Weise verurteilt wirst, entscheiden (viel) später Gerichte. Manchmal wird auch damit gedroht, dass dir Einsatzkosten in Rechnung gestellt werden. Dem kannst und solltest du widersprechen und im Zweifel tragen wir alle Repressionskosten solidarisch. Wenn du zu möglichen Strafen, Kosten, deinem Führungszeugnis o.ä. Fragen hast, wende dich an den Hamburger EA, die Rote Hilfe, andere Rechtshilfestruckturen oder an uns.

Mögliche Polizeimaßnahmen

Die Menschen aus dem Wald werden wahrscheinlich von der Polizei geräumt. Die nennt das „unmittelbarer Zwang“ und das kann Wegtragen oder die Anwendung von Schmerzgriffen bedeuten. Du musst dabei nicht kooperieren, sondern darfst dich passiv verhalten. Abwehrbewegungen können als „Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte“ oder „tätlicher Angriff auf Vollstreckungsbeamte“ gewertet werden. Aus einer Höhe von über 2,50 m werden Menschen von Spezialpolizist*innen geräumt, meistens mit einer Hubbühne oder abgeseilt.

Die Polizei wird vor Ort nach deinem Ausweis fragen (zur ID-Verweigerung siehe oben). Außerdem dürfen und werden sie wahrscheinlich dein Gepäck und deine Kleidung durchsuchen, um Hinweise auf deine Identität oder Dinge, die mit der Aktion zusammenhängen (z.B. Klettergurte, Banner o.ä.) zu finden und ggf. zu beschlagnahmen. Wenn sie dir eine Straftat vorwerfen, egal, was du wirklich getan hast, dürfen sie auch Fotos von dir und deinen Sachen machen. Den Menschen, die geräumt wurden und die Personalien angegeben, erteilt die Polizei wahrscheinlich Platzverweise. Lass dir diesen schriftlich geben mit exakten Orts- und Zeitangaben. Wenn du danach trotzdem wieder kommst, darf die Polizei dich in Gewahrsam nehmen (siehe unten). 

Sobald du dich durch eine Polizeimaßnahme nicht mehr frei bewegen kannst, befindest du dich in Gewahrsam, also auch schon, wenn sie den Wald oder die Demo umstellen und niemanden mehr gehen lassen (Kessel) oder sie Leute in ihren Autos festhalten. Möglicherweise werden auch Menschen auf Polizeiwachen mitgenommen, das ist bei ID-Verweigerung sehr wahrscheinlich, kann aber immer passieren. Dort werden Menschen möglicherweise in Einzelzellen eingesperrt. Sie dürfen euch so lange festhalten: nur zur Personalienfeststellung bis zu 12 Stunden; bei Vorwurf einer schweren Owi oder Straftat bis Ende des Folgetages; zur Verhinderung einer schweren Owi, einer Straftat, zur Durchsetzung eines Platzverweises o.ä. bis die „Gefahr“ vorbei ist (hier wahrscheinlich nicht länger als 2 Tage), längstenfalls bis zu 14 Tage, hierüber muss ein*e Richter*in entscheiden! Hier fällt ihnen wahrscheinlich für alle ein Vorwurf ein, aber oft lassen sie die Leute in der Nacht wieder raus.

Du musst keine Aussage machen zu dem, was passiert ist oder was dir vorgeworfen wird und solltest das auch auf keinen Fall tun! Du hast keine Nachteile davon, dich nicht zu äußern. Unterschreibe nichts, auch keine Beschlagnahmungsprotokolle. Du hast das Recht auf Übersetzung, Toilettengang, Regen-/ Kälteschutz (Decke in der Zelle), Schatten, Trinken und Essen (auch vegan), medizinische Versorgung und Medikamente (nimm mit, was du täglich brauchst). Du musst nach allem fragen. Widersprich allen Maßnahmen wie der Durchsuchung deiner Sachen, Ausziehen, ED-Behandlung usw. Sie werden das alles trotzdem machen, müssen aber eigentlich deinen Widerspruch protokollieren.  

Wenn du auf einer Polizeiwache in Gewahrsam bist hast du das Recht auf einen erfolgreichen Anruf. Rufe den EA an! Sag nur wer du bist (oder deine ID Nummer bei ID Verweigerung), wo du bist und was dir vorgeworfen wird (nicht, was du getan hast!). Wenn du keine Personalien angeben wirst, sag die Buchstaben-/Zahlkenkombi, die dir die Polizei zugeordnet hat. Die Polizist*innen müssen dir sagen, auf welcher Wache du bist. Beantworte die Nachfragen des EA. Die Polizei hört mit! Wenn der EA nicht direkt erreichbar ist, erfährst du eine Notfallnummer durch die Ansage des Anrufbeantworters und kannst dort anrufen. 

Wenn sie dich mit auf eine Wache genommen haben macht die Polizei wahrscheinlich eine ED-Behandlung (erkennungsdienstliche Behandlung): Fotos, Bescheibung von Körpermerkmalen, Größe und Gewicht, Fingerabrücke. Auch hierbei musst du nicht kooperieren, sondern darfst dich vollstädig passiv verhalten.

Wenn du wieder freigelassen wirst, frag nach den Protokollen der polizeilichen Maßnahmen und was sie von deinen Sachen beschlagnahmt haben (nicht unterschreiben!) Und melde dich beim EA ab!

Nachbereitung

Wenn du Polizeikontakt hattest oder Post von der Polizei bekommen hast, findest du hier weitere wichtige Infos, du bist nicht alleine!

Packliste

Wenn du zur Kundgebung kommst, denk an:

  • Regenschirm (gegen Regen, Sonne und Kameras)
  • Trinkwasser, heißen Tee und Snacks. Wenn du kannst, bring auch anderen etwas mit
  • FFP2 Masken
  • Dinge, die Lärm machen/ Straßenmalkreide/ passende Banner und Fahnen
  • Sitzunterlage
  • Wenn du’s hast, bring Dinge von der Aktions-Liste unten mit für andere Menschen, die etwas brauchen.
  • Wenn du Personalien angeben würdest, denk an Ausweis, Krankenkassenkarte usw.
  • Wenn du die Personalienangabe verweigern willst, achte darauf, dass du keinen Ausweis oder Ticket o.ä. dabei hast und dass nirgendwo in deinen Sachen dein Name steht.
  • Lass alle persönlichen Notizen, Kalender usw. zu Hause, ggf. auch dein Handy!
  • Notiere dir die Telefonnummer vom EA 040 43278778

Wenn du in Aktion gehen willst, denk an:
Alles, was du dabei hast, kann kaputt gehen oder von den Cops weggenommen werden!

  • festes Schuhwerk und robuste, warme Klamotten, mit langen Beinen und Ärmeln, die kaputt gehen dürfen (nicht deine Lieblingssachen, am besten aus nem Freeshop)
  • Regenschutz, Regenschirm (gegen Sonne, Regen und Kameras)
  • Rettungsdecken, Wärmepads
  • ggf. alte Isomatte und Schlafsack für Übernachtung
  • Ein Erste-Hilfe-Set pro Bezugsgruppe
  • benötigte Medikamente (verpackt in Blistern, auf der Schachtel ist ne Trace Nummer!)
  • FFP2 Masken
  • Mücken- und Zeckenschutz!
  • Taschen- bzw. Stirnlampen
  • Trinkwasser, heißer Tee
  • Essen (Müsliriegel, Vürstchen, Konserven (Dosen mit Öffnungslasche!), trocken Obst und Nüsse, Schoki…)
  • was zum Lesen, Spielen, stim toys, robuste Musikinstrumente
  • das entsprechende Material für dein Aktionslevel
  • Geld für Rückfahrt, Essen, telefonieren usw.
  • Wenn du Personalien angibst: Ausweis, Krankenkassenkarte, ggf. ÖPNV-Ticket
  • Wenn du die Personalienangabe verweigern willst, achte darauf, dass du das alles NICHT dabei hast, dass nirgendwo in deinen Sachen dein Name steht und dass du eine persönliche ID-Nummer hast (siehe rechtliche Infos).
  • KEINE persönlichen Notizen, Kalender usw.
  • KEIN privates Handy
  • Telefonnummer vom EA auf deine Haut geschrieben 040 43278778